Pilotenbrille

Die Pilotenbrille – Sie weckt dir Gier nach Tempo in Dir…

Pilotenbrille

„Gentleman, sie sind die Elite, die Besten der Besten.“ Wer kennt diesen Satz nicht, mit dem sich Tom Skerritt alias Commander Mike „Viper“ Metcalf einer Handvoll gut aussehenden Heißspornen im Kultfilm Top Gun als Ausbilder vorstellt! Zur Elite zu gehören, so wie die Kampfpiloten der Navy, cool sein wie Maverick, Goose und Iceman, einmal die Geschwindigkeit spüren – wer hat davon noch nicht geträumt. Weil aber dieser Traum für die meisten von uns in weiter Ferne liegt, schafft sich jeder sein kleines Stückchen Fliegerabenteuer selbst. Der eine verwirklicht sich im Modellbau, der andere wird Segelflieger. Aber ein kleiner Gegenstand, ein winziges Utensil transportiert wie nichts anderes das Lebensgefühl der Jetpiloten: die Fliegerbrille.

Mehr „Zweck“ als „Schick“

Ursprünglich war diese Brille eher zweckmäßig als hip. Die typische Tropfenform, die erstmals in den 30er Jahren von Bausch & Lomb, einem US-amerikanischen Hersteller optischer Geräte unter der Modellbezeichnung „Aviator“ konstruiert wird (später übernimmt die Tochterfirma Ray-Ban die Produktion), dient zunächst ausschließlich dem Sonnenschutz in großen Höhen. Durch die Größe und Form der Gläser wird optimaler Sitz und bestmöglicher Schutz des Sichtfeldes angestrebt, der obere Rand schließt genau mit dem damaligen Pilotenhelm ab ohne anzustoßen. Auch die klassische grüne Tönung rührt von den früher noch rot beleuchteten Anzeigen der Cockpitinstrumente, die so am besten zu erkennen waren. Ebenfalls bis heute typisch ist das schmale, goldfarbene Gestell, durch das man zusätzlich möglichst freie Sicht ohne störende Elemente erreichen konnte. Alles in Allem also eine Konstruktion, die sich nur wenig mit optischen oder modischen Kriterien belastet hat.

Vom Nützling zum Schönling

Die Weiterentwicklung der Pilotenausrüstung hat die Fliegerbrille irgendwann überflüssig gemacht. Heute fliegen Jetpiloten mit Helmen, die integrierte und perfekt optimierte Visiere besitzen. Ein Gegenstand, der im Notfall sowieso nur als zusätzliche Gefahrenquelle im Cockpit herumfliegen würde, nämlich eine Brille, ist somit überflüssig geworden. Dieser Umstand hat die Fliegerbrille trotzdem keineswegs ins Aus befördern können. Nicht nur Piloten tragen sie weiterhin als Teil ihrer Uniform, als Accessoire, als Erkennungszeichen. Sie haben mit ihr einen Look geprägt, der es vielen „normalen“ Menschen ermöglicht, sich die Lässigkeit und Coolness der Jetfliegerei zumindest optisch zu eigen zu machen. Inzwischen ist sie salonfähig zu nahezu jedem Outfit. Dass sie eigentlich designtechnisch keinem Schönheitsideal entspricht, ist dabei egal – die Assoziation zu Top Gun und Co. reicht aus, aus jedem Jeans-und-Shirt-Träger einen lässigen Draufgänger zu machen.
Dieser Trend war übrigens schon einmal in den 70er Jahren ganz stark: In Kombination mit Schnurrbart und Schlaghose war der erste Versuch aus heutiger Sicht vielleicht eine Modesünde, hat dem Image der Design-Ikone aber zum Glück nicht wirklich geschadet.

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